Holger Ehnes zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt

Durchaus spannend ging es auf unserer Hauptversammlung in der Stadthalle zu. Hier der Bericht aus dem Schwarzwälder Boten:

 

Einen Führungswechsel gab es beim VfL Nagold: Nachdem sich Rainer Wohlleber nicht mehr zur Wiederwahl als erster Vorsitzender stellte, steht künftig Holger Ehnes an der Spitze des größten Nagolder Vereins. Von einem harmonischen Verlauf der Wahlen kann man allerdings nicht wirklich sprechen.

Von Uwe Priestersbach

Für Irritationen und einen gewissen Unmut bei manchen Mitgliedern sorgte nämlich die überraschende Kandidatur von Michael Mensch mit Unterstützung aus den Reihen der Fußballabteilung als Kassier – die sich erst tags zuvor per Buschfunk abgezeichnet hatte. Im Ergebnis ist das Amt des Kassiers beim VfL Nagold nun vorerst unbesetzt.

 

Doch der Reihe nach: So gut war schon lange keine Hauptversammlung des VfL Nagold mehr besucht: Da reichten die 93 in der Stadthalle pandemiebedingt zugelassenen Sitzplätze nicht aus, und es wurden die Seitentüren geöffnet, damit 20 bis 30 weitere Mitglieder die Versammlung verfolgen – und später vor allem auch an den Wahlen teilnehmen konnten. Besonders die Abteilungen Fußball und Handball waren stark vertreten, nachdem sich der geplante Coup der Fußballabteilung bei den Wahlen abgezeichnet hatte.

Bereits zum Abschluss seines Kassenberichts hatte Achim Burrer mit Blick auf seine bisherige Arbeit deutlich gemacht: »Ich mache das Ding so, wie ich es für richtig halte.« Gleichzeitig kündigte er an, dass er seine Kandidatur als Kassier zurückziehen werde, wenn sich jemand anders zur Verfügung stellen sollte.

Und so kam es dann auch, als Michael Mensch seinen Hut in den Ring warf. Der 50-jährige Geschäftsführer einer Zeitarbeitsagentur und selbst gelernter Steuerberater gab seine Kandidatur als Kassier des VfL Nagold bekannt, worauf Achim Burrer klarmachte, dass er unter diesen Umständen nicht zur Wahl stehe.

Damit war natürlich eine brisante Situation mit drohender Führungskrise ausgelöst, denn Holger Ehnes stellte in seiner Vorstellung als Kandidat für den Vorsitz fest, dass man eigentlich im Vorfeld der Hauptversammlung ein personelles Tableau gefunden hatte – und die Kandidatur von Michael Mensch unvorbereitet kam. Weil der Kassier gerade in einem großen Verein wie dem VfL Nagold eine Schlüsselposition einnimmt und weil der Vorsitzende im Zweifel mit seinem Privatvermögen hafte, »ist hier das Vertrauensverhältnis wichtig«. Vor diesem Hintergrund kündigte Holger Ehnes an: »Ich werde den Vorsitz nur antreten, wenn Michael Mensch nicht Kassier wird.« Ins gleiche Horn stießen anschließend Gerd Hufschmidt als Kandidat für das Amt des dritten Vorsitzenden sowie Felix Hammann und Walther Beck, die als neue Beisitzer auf dem Wahlzettel standen.

Michael Mensch erklärte in seiner Vorstellung, dass er als Geschäftsführer für 1200 Leute verantwortlich sei – und in dieser Position um die Bedeutung persönlicher Haftung wisse. Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Statements zog er seine Kandidatur indes zurück – obwohl zahlreiche potenzielle Unterstützer aus der Fußballabteilung anwesend waren.

Einen Vorschlag zur Güte präsentierte daraufhin Hans-Dieter Wagler von den Leichtathleten, »um die Gräben zu überbrücken«. So regte er an, Michael Mensch als Beisitzer zu wählen – was sich der Mitsponsor der VfL-Kicker durchaus vorstellen konnte. »Das ist ein sehr guter Vorschlag«, war auch Wahlleiter Hagen Breitling erleichtert. Achim Burrer stellte sich aber dennoch nicht zur Wiederwahl.

In den anschließenden offenen Wahlgängen mit 114 Wahlberechtigten wurde der 57-jährige Unternehmensberater Holger Ehnes bei 29 Enthaltungen auf den Schild gehoben. 23 Enthaltungen wurden bei der Wahl von Gerd Hufschmidt gezählt, während Felix Hammann, Volker Haizmann, Walther Beck und Michael Mensch zu Beisitzern gekürt wurden.

Nachdem der Posten des Kassiers an diesem Abend vakant blieb, »hat der Vorstand damit gleich eine erste Aufgabe, das Amt des Kassiers zu besetzen«, erklärte Bürgermeister Breitling. Holger Ehnes sprach von der großen Herausforderung, den Neuanfang nach Corona hinzukriegen. Im kommenden Jahr kann das 175-jährige Bestehen des VfL Nagold gefeiert werden – und darüber müsse man im Vorstand auch noch sprechen, so Ehnes.

 

Drei Aktivposten geehrt und verabschiedet

Bei der Hauptversammlung des VfL Nagold wurden verdiente Funktionäre verabschiedet und gleichzeitig für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im größten Nagolder Verein ausgezeichnet.

Von 1998 an war Rainer Wohlbold in verschiedenen Funktionen im VfL-Vorstand aktiv, bevor er 2015 zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Bürgermeister Hagen Breitling dankte dem scheidenden Vorsitzenden für sein persönliches Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit. Im Namen des VfL Nagold bescheinigte ihm Ulrich Hamann als zweiter Vorsitzender nicht nur den »allergrößten Respekt«, sondern zeichnete Rainer Wohlleber gleichzeitig mit dem Ehrenpreis des VfL Nagold in Bronze aus.

Ein absolutes VfL-Urgestein ist Werner Schühle, der seit 1952 Vereinsmitglied ist und seit 1991 als Beisitzer Funktionen im Vorstand übernommen hatte. Hagen Breitling bezeichnete ihn als »wichtige Schnittstelle in Sachen Hallenbelegung«. Rainer Wohlbold überreichte Werner Schühle anschließend den VfL-Ehrenpreis in Gold für 30-jährigen ehrenamtlichen Einsatz und betonte: »Es gibt nur wenige Leute, die so lange im Ehrenamt tätig sind.«

Ebenfalls verabschiedet wurde Ursula Wolf, die 1984 durch ihre Tochter zum Turnen kam – und im gleichen Jahr als Abteilungsleiterin der Turnabteilung gewählt wurde. In den Folgejahren gestaltete sie den Wiederaufbau der Turnerriege mit, bevor die gelernte Steuergehilfin 1989 zur VfL-Schatzmeisterin gewählt wurde. Seit 2012 unterstützte sie den Vorstand als Beisitzerin. Auch Ursula Wolf wurde jetzt mit dem Ehrenpreis in Bronze ausgezeichnet.

Ein Dauerthema bei Hauptversammlungen des VfL ist die Verpachtung der Stadion-Gaststätte – wobei jetzt wieder positive Nachrichten verkündet wurden. So gibt es neue Pächter, die künftig für südamerikanisches Flair in der Calwer Straße sorgen. Ab August werden dort nicht nur spanische Gaumenfreuden angeboten, sondern ebenso Tanzkurse und mehr.

(Schwarzwälder Bote, 23. Juli 2021 / Fotos: Priestersbach / Hofmann)


VfL ist bei "Spaß und Sport - bewegt im Kleb" dabei

Spaß und Sport im Kleb? Da müssen wir als VfL Nagold natürlich dabei sein. Im Schulterschluss unter anderem mit der Stadt Nagold tragen auch wir im Juli, August und September mit tollen Mitmachaktionen zum kostenlosen Gesamtprogramm der Aktion bei. So sind  unsere Line-Dancer mit regelmäßigen Angeboten ebenso mit von der Partie wie unsere Kindersportschule KISS. Aber natürlich gilt es auch jede Menge anderer Angebote zu entdecken. Genaueres erfahrt ihr hier im Flyer...

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Spaß und Sport 2021
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Von der Sehnsucht nach dem Vereinssport

Corona stellt die Vereinswelt  auf den Kopf. Gemeinsamkeit und Geselligkeit  geraten plötzlich ins Hintertreffen. Abstand halten lautet die Devise – fast nirgendwo fällt das so schwer wie im Verein. Doch was macht das mit den Vereinen? Wie kann man reagieren? Wie steht es um die Geduld der Mitglieder? Der Schwabo interviewte zu diesem Thema Holger Ehnes (Corona-Beauftragte des VfL) und unseren ersten Vorsitzenden Rainer Wohlleber.

 

Steigen wir mal ganz pauschal ein, Herr Ehnes, Herr Wohlleber, wie geht es dem VfL Nagold? 

Ehnes: Na ja, vermutlich müsste man sagen: der VfL Nagold ist unglücklich. Wir sind ein Sportverein mit 17 Abteilungen und existieren für den Sport. Letztes Jahr sind verschiedene unserer Mannschaften aufgestiegen, und mehrere Sportarten hätte Athleten zu Meisterschaften auf verschiedenen Ebenen geschickt. Auch die Kindersportschule hatte sich mit ihren Kids prima auf die neuen Anforderungen mit Abstand und so  eingestellt. Es hätte also ein schönes und erfolgreiches Jahr werden können. Stattdessen mussten wir seit November jeden Sportbetrieb einstellen. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit von Einschränkungen: wir würden so gerne Sport treiben – aber wir dürfen noch nicht. Wohlleber:   Wir sehnen uns danach, dass Training und Wettkampf baldmöglichst wieder starten können. Falls nötig auch unter Anwendung von entsprechenden Hygiene- und    Abstandsregeln.   Wir wünschen uns schnellstmöglich unsere vollständigen Sportaktivitäten zurück.

Seit Monaten dauert der sportliche Lockdown bereits an. Und es ist bereits das zweite Sportverbot, das den Vereinen im Zuge der Corona-Krise auferlegt wurde. Was macht das mit den Mitgliedern?  

Wohlleber: Unsere Mitglieder sahen im letzten Jahr, wie wir versucht haben, den zulässigen Spielraum für mögliche Sportaktivitäten sofort zu nutzen, um den Sportbetrieb auch unter eingeschränkten Rahmenbedingungen fortzuführen. Wir können uns möglicherweise auch deshalb auf sehr treue Mitglieder stützen, die gemeinsam mit uns diese sportliche Durststrecke mitgehen. Sie haben dafür Verständnis, dass es nicht in unserer Entscheidung liegt, die Beschränkungen aufzuheben und zeigen sich solidarisch. Dank dem engen Bezug zum VfL Nagold haben wir kaum Kündigungen hinnehmen müssen. Dafür sind wir unseren Mitgliedern sehr dankbar. Durch den direkten Kontakt zu den Mitgliedern wissen wir allerdings auch, dass sich alle nach   zurückkehrender Normalität   sehnen. 

 

Und wie steht’s um den Verein? Sorgt Corona nicht für eine finanzielle Schieflage?  

Wohlleber: Der VfL Nagold versucht auch in dieser Lage einen vernünftigen Umgang, was die Finanzen angeht. Allerdings mussten wir erkennen, dass etliche Einnahmen, durch die sonst über das ganze Jahr verteilten Aktivitäten unserer Abteilungen, weggebrochen sind. Das ist speziell für die Abteilungen eine schwierige Situation, die einen großen Teil ihres Budgets aus diesen Geldern erzielen. Hier muss dann, bei Bedarf, vom Hauptverein gegengesteuert werden. Andererseits verringern sich  durch den Wegfall des Trainings und   der Wettkämpfe  auch gewisse Kosten, so dass dem großen Verlust auf der Einnahmenseite auch Einsparungen entgegenstehen. Nach dem teilweise vorhandenen Rückgang des Arbeitsaufwandes in der Geschäftsstelle, konnten wir durch Kurzarbeit auch hier Ausgaben einsparen. Durch Ansparung von Rücklagen in den letzten Jahren, können wir die  Mindereinnahmen aber verkraften und sind finanziell doch noch ganz gut aufgestellt. Ganz wichtig aber war, dass Sponsoren und viele Spender weiter  treu zu uns gehalten haben.

 

Herr Ehnes, vor knapp zwei Jahren sind Sie als Beisitzer neu in den Vorstand des VfL gewählt worden. Und seit einem Jahr nun der Corona-Beauftragte des Vereins. Sicher eine ehrenamtliche Aufgabe, auf die Sie auch gerne hätten verzichten können….  

Ehnes: Der VfL hatte früher als die meisten anderen Vereine einen Corona-Beauftragten, wir haben schon Ende Februar 2020 die Notwendigkeit dafür gesehen. Wir wollten vor allem unsere Abteilungen nicht mit den Problemen alleine lassen, die abzusehen waren. Aber auch eine direkte Verbindung zur Stadtverwaltung war erforderlich, um schnell die immer neuen Vorschriften umsetzen zu können. Ich habe die Aufgabe übernommen, weil ich beruflich viel Erfahrung damit habe, komplizierte Abläufe mit vielen unterschiedlichen Beteiligten zu koordinieren. Und dass ich aus meiner Arbeit im Partnerschaftskomitee die Ansprechpartner bei der Stadt kenne, war sicher auch kein Nachteil.

 

Und was ist so generell Ihre Aufgabe als Corona-Beauftragter?

Ehnes: Mir geht es vor allem um die Gesundheit der Sportler und Trainer. Wir wollen unseren Sport betreiben, so weit das möglich ist. Wir wollen uns an die Vorschriften halten, so gut das geht – aber vor allem wollen wir, dass niemand krank wird. Das verstehe ich darunter, für die Einhaltung der Corona-Vorschriften beim VfL Nagold zuständig zu sein. Konkret heißt das, dass jede Abteilung ihre Hygienekonzepte für den Trainingsbetrieb und die Wettkämpfe mit mir abstimmt – also zum Beispiel, wo die Eltern die Kinder der KISS abholen, oder wie viele Zuschauer in die Bächlenhalle dürfen, wenn ein Heimspiel der Handballer oder Basketballer ansteht.   Gleichzeitig erwartet die Stadt   von mir, dass ich beim VfL für die Einhaltung der jeweiligen Vorschriften sorge. Mit der Stadt spreche ich auch, wenn wir für den Sportbetrieb Anliegen haben – also zum Beispiel, wie wir schnellstmöglich wieder die Hallen nutzen können, wenn das Land das erlaubt, oder wie viele Gruppen wir gleichzeitig in einer Halle trainieren lassen dürfen.

 

Wie zufrieden sind Sie denn mit dem Corona-Management Ihres Vereins? 

Ehnes: Ich kann hier allen nur ein Lob aussprechen: Alle im Verein ziehen   an einem Strang und haben das gleiche Ziel. Mit ganz wenigen Ausnahmen hat auch alles gut funktioniert, und bei Bedarf haben wir schnell nachbessern können. Wenn man sich überlegt, dass wir vor einem Jahr noch ganz normal Wettkämpfe, Spiele und Training betrieben haben, dann wird einem klar, wie viel wir in kurzer Zeit gelernt haben. Auch mit der Stadt hat sich schnell gegenseitig ein Verständnis dafür entwickelt, was die andere Seite braucht, und wie man bei Bedarf Kompromisse findet. Eines allerdings hätte ich mir schon anders gewünscht: Bei Änderungen wurden im letzten Jahr die genauen Vorschriften oft erst so spät bekanntgegeben, dass man sie praktisch nicht mehr termingerecht umsetzen konnte. Hier wäre es wünschenswert, schneller konkrete Vorgaben zu bekommen. Das hätte uns einige Male vieles erleichtert.

Wohlleber: Zunächst möchte ich mich   bei Holger  recht herzlich bedanken. Er hat sich von Beginn an für das Wohl unserer Sportler eingesetzt. Um die Sportler vor Ansteckungen zu schützen, als Restriktionen nötig wurden, dann um bei Erleichterungen Wege aufzuzeigen, wie der Sportbetrieb wieder fortgesetzt werden kann. Um den einzelnen Abteilungen gerecht zu werden, wurde auch von jeder Abteilung ein Corona-Beauftragter benannt. Gemeinsam mit diesen und unter Mitwirkung der Geschäftsstelle, konnten die speziellen Anforderungen der einzelnen Sportverbände korrekt erfasst werden. Das Management kann im Rückblick als hoch professionell bezeichnet werden, denn es war zu praktisch jedem Zeitpunkt an der maximal zulässigen Sportöffnung orientiert und hatte dafür die Basis geliefert.

 

Wir sind immerhin wieder soweit, dass in der Politik Öffnungsszenarien auch für den Breitensport durchgespielt werden. Ist der VfL  vorbereitet? 

Ehnes: Und ob! Wir möchten wieder loslegen, und zwar so schnell wie möglich! Wir haben uns einem offenen Brief an die Landesregierung angeschlossen, der fordert, Vereinssport jetzt zumindest wieder im Freien zuzulassen. Mit unseren Hygienekonzepten und den Erfahrungen aus dem letzten Jahr können wir das ohne unvernünftiges Risiko für die Gesundheit unserer Sportler sehr schnell wieder anbieten. Sobald eine Öffnung  beschlossen wird, werden wir sie mit der Stadt und den Abteilungen umsetzen, so schnell wir können.

 

Von den supertreuen Mitgliedern des VfL Nagold haben wir ja bereits erfahren. Bedankt man sich für solch eine Treue   auch?

Wohlleber: Um uns bei unseren Mitgliedern für ihre Treue  zu bedanken, wird es einen Brief an alle   geben. Auch wollen wir den Zusammenhalt durch eine Gutscheinaktion stärken. Hier sollen Mitglieder auch  in andere Abteilungen  schnuppern. Der Hauptverein liefert die finanzielle Unterstützung. Wir sind gespannt, wie das angenommen wird.

Ehnes: Ja, genau. Wir tun zweierlei. Den Mitgliedsbeitrag für 2021 werden wir erst im Juni einziehen, wenn nach unserer Einschätzung der Sportbetrieb wieder läuft. Außerdem schicken wir unseren Mitgliedern einen Treue-Gutschein per E-Mail. Damit können sie dann aus vier Aktivitäten eine wählen: Besuch eines Heimspiels der VfL-Fußballer mit Verzehrgutschein  oder ein Zehn-Euro Verzehrgutschein bei einem Heimspiel der VfL-Handballer  oder ein Tango-Schnupperkurs bei Saltango im Sportheim. Last not Least möchten wir auch anbieten, eine Veranstaltung der Stadt Nagold zu besuchen, wobei der VfL ganz oder teilweise den Eintritt übernimmt. Dazu sind wir noch im Gespräch mit der Stadt, weil zur Zeit noch nicht klar ist, wann welche Veranstaltungen wieder durchgeführt werden können.      

 

Kinder und Jugendliche stehen ja besonders im Fokus des VfL. Wäre es nicht wichtig, dass wenigstens die Jüngsten wieder gemeinsam Sport treiben könnten?

Wohlleber: Wie wir aus Erfahrung und vielen wissenschaftlichen Untersuchungen wissen, ist   für Kinder und Jugendliche der Sport und speziell   in der Gemeinschaft, ein sehr wichtiger Faktor in der Entwicklung. Daher ist es nötig, dass wir hier die Öffnung der Sportaktivitäten, wie zum Beispiel     in unserer Kindersportschule KISS   und im Kinder- und Jugendbereich in den Abteilungen, sobald möglich   beginnen. Wer schon einmal in solchen Sportstunden dabei war, der weiß, wie viel Spaß die Kinder hier haben und auch, mit welcher Leidenschaft sie   hier, unter professioneller Aufsicht, mitmachen. Das Erlernen von Teamfähigkeit, Rücksichtnahme auf andere, die Ausdauer, die Konzentrationsfähigkeit sowie Leistungsbereitschaft im Wettkampf mit anderen, sind Eigenschaften, die für das ganze Leben prägen. Hier müssen wir baldmöglichst wieder aktiv sein dürfen – zum Wohle unserer Jüngsten.

 

Für manche Abteilungen dürfte es gar nicht so einfach sein, den Sportlernachwuchs bei der Stange zu halten. Wo es plötzlich   quasi per Verordnung angesagt ist, stundenlang in PC, Handy und Tablets zu schauen...  

Wohlleber: Wir müssen abwarten, wie sich die Rückkehr zur Normalität beim Sport auswirkt. Im Moment haben wir noch keine Erfahrung damit. Wir können nur hoffen, dass die Sportler wieder Sehnsucht nach der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Sporttreiben haben werden. Da wir wissen, dass viele unserer Sportler den Sport in den Abteilungen vermissen, gehen wir davon aus, dass doch die meisten von ihnen, nach der Eröffnung wieder glücklich sein werden, wenn sie ihre Sportart im gewohnten Maße betreiben können.

 

In der Corona-Krise versucht  auch der VfL online präsent zu bleiben. Mit welchem Erfolg? 

Ehnes: Im ersten Lockdown   wollten wir unbedingt eine Online-Alternative zum Sportbetrieb anbieten. Wir waren sehr froh, dass Fabian Vogt, der Geschäftsführer unserer KISS, dafür gute Ideen hatte. So entstanden mit  viel    Aufwand die Clips von VfL-Sports@Home, die auf   unserer    Homepage  zu sehen sind. Es hat sich aber herausgestellt, dass dieses innovative Format nur begrenzten Anklang gefunden hat. Vermutlich kann ein Verein wie wir halt nicht mit professionellen Online-Angeboten mithalten. Deshalb haben wir das im jetzigen Lockdown nicht wieder angefangen. Was allerdings hervorragend ankam, waren die Live-Trainings-Sessions, die verschiedene Trainer mit ihren Gruppen über Online-Tools wie Zoom, Skype und so weiter     gemacht haben. Die laufen auch jetzt wieder, bei den Fußballern, den Handballern, den Leichtathleten, der Skigymnastik  und vermutlich noch einigen anderen, von denen ich nicht weiß.

 

Der Name Fabian Vogt   ist gerade schon gefallen. Er ist bei Ihnen als Geschäftsführer der Kindersportschule angestellt, der KISS. Für diesen Bereich dürfte der Rückblick auf die Corona-Zeit noch verheerender ausfallen, oder?  

Wohlleber: Durch die hervorragende Arbeit von Fabian Vogt bei der KISS     hatten wir seit seinem Beginn im Kinderbereich einen enormen Zuwachs    zu verzeichnen. Das positive Feedback der Eltern freut uns jedes Mal. Ebenso deren Hinweise, dass sich die Kinder auf jede Stunde immer wieder sehr freuen und auch zuhause fragen, wann es denn wieder zur Turnstunde geht. Für diese Kleinsten sollte die Einschränkung möglichst schnell aufgehoben werden, da sie, die in den Stunden spielerisch erlernten Fähigkeiten   zuhause kaum Erlernen können. Hier fehlt das Umfeld und die Anleitung.

 

Zum Schluss noch ein Ausblick: Wo steht der VfL Nagold in einem Jahr? 

Ehnes: Ich bin zuversichtlich, dass unser Land bis dahin die Corona-Pandemie soweit überwunden hat, dass wir uns wieder voll auf den Sport konzentrieren können. 

Wohlleber: Für alle Vereinssportteibenden wünsche ich eine baldige Beendigung der Einschränkungen.  Ich gehe davon aus, dass wir – ohne das Eintreten von bisher nicht vorhersehbaren Veränderungen der Krise – durch Impfungen und durch sonstige Möglichkeiten wie Tests und Nachverfolgungen im nächsten Jahr wieder weitestgehend unseren Sport betreiben können. Wir als Verantwortliche und auch unsere Trainer werden sich gut vorbereiten, damit wir in einem Jahr sagen können, wir haben nichts unterlassen, dass unsere Mitglieder wieder ihren gewohnten Aktivitäten in den Abteilungen nachgehen können. Vielleicht sogar mit einem erweiterten und ergänzten Programm. 

Die Fragen stellte Heiko Hofmann

 

(Schwarzwälder Bote, 6. März 2021 / Fotos: Thomas Fritsch)


Endlich Öffnungsperspektiven für den Sport schaffen

VfL Nagold schickt zusammen mit 74 weiteren Sportvereinen und 34 Sportfachverbänden einen Offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmann und Kultusministerin Eisenmann

Auch nach fast vier Monaten im Lockdown ist für die Sportvereine und -verbände im Land keine Perspektive in Sicht. Zusammen mit 74 weiteren Vereinen und 34 Fachverbänden hat der VfL Nagold deshalb einen Offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmann und Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann geschickt. Darin fordern die Unterzeichner, dass bei den nächsten Bund-Länder-Gesprächen am 3. März endlich der Sport und dessen Öffnungsperspektiven besprochen werden.

Die 109 Unterzeichner kritisieren, dass nach wie vor die Kernkompetenz der Sportvereine von der Politik nicht wahrgenommen werde. Denn diese sei „nicht Freizeitbeschäftigung, sondern das körperliche, geistige und soziale Wohlergehen aller Menschen zu fördern“, schreiben die Vereine und Verbände. Und genau diese Kompetenz sei jetzt in dieser Gesundheits- und Gesellschaftskrise wichtiger denn je. Dies werde aber leider von der Politik bislang nicht ausreichend begriffen, weshalb vollständiger Stillstand im Sport herrscht.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen zeigten sich die Folgen dieses Lockdowns ganz deutlich. Drastisch höherer Medienkonsum, nachlassende körperliche Aktivität, erhebliche Gewichtszunahme, psychische Störungen, motorische Defizite – all dies sei mittlerweile wissenschaftlich belegt. Aber auch aus anderen Altersgruppen seien die Rückmeldungen sehr besorgniserregend, der dramatische Bewegungsmangel sorge für Gesundheitsprobleme. Die Unterzeichner befürchten deshalb: „Die Auswirkungen in allen Altersgruppen werden aber noch dramatischer, wenn der Sport nicht bald von der Landes- wie auch der Bundespolitik eine Öffnungsperspektive erhält.“ Aus der Zeit nach dem ersten Lockdown wisse man jedenfalls, dass Outdoor-Sportangebote ohne intensiven Körperkontakt keine negativen Wirkungen auf das Infektionsgeschehen hätten und die Hygiene- und Schutzkonzepte gut funktioniert haben.

Darüber hinaus erhoffen sich die Unterzeichner, dass konkrete Öffnungsschritte in Baden-Württemberg zukünftig in partnerschaftlichem Miteinander von Landespolitik und Sport ausgearbeitet und mit mehr Vorlauf veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr hatten die oft sehr kurzfristig beschlossenen Änderungen der Corona-Verordnung bei den Ehrenamtlichen für einigen Unmut gesorgt. Die Vereine und Verbände verweisen daher in ihrem Brief auf Bayerns Sportminister Hermann, der dort eine Arbeitsgruppe aus Gesundheitsministerium, Sportverbänden und weiteren Vertretern aus dem Sport angekündigt hatte.

 

Den offenen Brief im Wortlaut findet Ihr hier:

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Offener Brief Öffnung im Sport B-W_26.02
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Bufdi beim VfL Nagold? Kevin Köhler berichtet

Was tun nach dem Abitur? Diese Frage stellen sich viele Schulabsolventen. Für Sportinteressierte stellt der Bundesfreiwilligendienst beim VfL Nagold eine Möglichkeit dar, wichtige Erfahrungen für den weiteren Lebensweg zu sammeln.

Von Alexander Reimer

Nagold. Seit September leistet der 19-jährige Kevin Köhler seinen Bundesfreiwilligendienst beim VfL. Der gebürtige Nagolder ist dort ein bekanntes Gesicht. Bereits seit seinem fünften Lebensjahr spielt er Fußball im Verein. Als er vergangenes Jahr sein Abitur am OHG machte, war bereits klar, dass er hier als »Bufdi«, so werden die Freiwilligen genannt, aushelfen will. »Ich wollte nach der Schule auf jeden Fall erst mal Erfahrung sammeln. Und da ich schon immer sportlich aktiv war, sollte es etwas im Sportbereich sein«, sagt er.

Der Bundesfreiwilligendienst beim VfL Nagold dauert zwölf Monate. Die »Bufdis« arbeiten 35 Stunden die Woche und bekommen monatlich 400 Euro. Bei Bedarf können sie während dieser Zeit in einer Wohnung im Youz leben. Kindergeld wird in dieser Zeit weiter gezahlt. 

Die Besonderheit am Nagolder Programm ist, dass die Freiwilligen in drei Bereichen mitarbeiten. Kevin Köhler arbeitet in der Fußballabteilung des Vereins, hilft bei der Kindersportschule KISS mit und ist auch bei der Ganztagsbetreuung an der Zellschule dabei. Bei letzterem wird auch Wert darauf gelegt, die Kinder zur Bewegung zu motivieren.

»Kevin ist der erste der diesen ›Kombijob‹ hat«, sagt Gerd Hufschmidt, YOUZ-Leiter und  einer der    Vorsitzenden beim VfL. Gerade in Corona-Zeiten hat sich die Flexibilität dieses Programms bewährt. Zu Beginn seines Dienstes konnte Köhler nachmittags noch bei den KISS-Kursen oder beim Fußballtraining der F- und E-Jugend mithelfen. Seitdem die Nachwuchsarbeit und die Kindersportschule pausieren müssen, bleibt er länger bei der Notbetreuung in der Zellerschule. »Die Arbeitszeit in den verschiedenen Bereichen lässt sich flexibel verteilen. Das ist während dem Lockdown hilfreich, macht es aber auch möglich, dass man auf die Wünsche der  Bufdis  eingehen kann«, erklärt Hufschmidt. Der grundlegende Charakter des Programms bleibt aber immer gleich: »Der Fokus liegt auf Sport und Bewegung.«

Die Arbeit gefällt Köhler auch gerade weil sie so vielseitig ist. Zudem hat er die Möglichkeit in den zwölf Monaten eine Trainerlizenz zu erwerben, auch wenn dieses Vorhaben durch den Lockdown eingebremst wurde. Generell biete der Bundesfreiwilligendienst ihm die Gelegenheit wichtige Erfahrungen für seinen weiteren Lebensweg zu sammeln. Die Interaktion mit den Kindern, aber auch den Lehrern, fördere die zwischenmenschliche Entwicklung, meint er.

Auch Hufschmidt ist der Ansicht, dass junge Erwachsene Erfahrungen sammeln, die von unschätzbarem Wert sind. Die Arbeit im Team, der Kontakt mit verschiedensten Altersgruppen, allen voran aber die Verantwortung, die vielen zum ersten Mal in ihrem Leben aufgetragen wird. »Man betreut Kinder, übernimmt Verantwortung für sie. Man ist für die Kinder der große Bruder oder die große Schwester und sie schauen zu einem auf«, sagt Hufschmidt.

Doch nicht nur junge Erwachsene profitieren vom Bundesfreiwilligendienst. Der Verein gewinnt Klasse Mitarbeiter dazu«, sagt Hufschmidt. Die größten Gewinner seien allerdings die Kinder. »Die  Bufdis ermöglichen es uns viele Sportangebote für die Kids auf die Beine zu stellen.« Für Kevin Köhler, der noch bis August seinen Dienst beim VfL Nagold leistet, ist     der Verein derzeit     noch  auf der   Suche    nach   einem Nachfolger. Interessenten können sich direkt an Gerd Hufschmidt wenden. Köhler bewirbt sich derweil bereits um einen Studienplatz, damit er nach seinem Bundesfreiwilligendienst direkt ins Studium einsteigen kann. Er möchte Grundschullehrer werden. Daher sei die Arbeit mit den Kindern eine gute Vorbereitung für ihn.

(Schwarzwälder Bote, 5.2.2021)

Interesse geweckt? Unser Ansprechpartner in Sachen Bundesfreiwilligendienst oder auch Freiwilliges Soziales Jahr ist Gerd Hufschmidt. Schreib ihm doch am besten gleich eine Mail


Das Stadion ist sein zweites zu Hause

Mit Hans Bachmann wurde jetzt ein Urgestein des VfL Nagold zum Ehrenmitglied des größten Nagolder Vereins ernannt. Wie der VfL-Vorsitzende Rainer Wohlleber feststellte, ist Hans Bachmann nicht nur seit fast 50 Jahren treues Mitglied im VfL Nagold, er hatte sich auch 20 Jahre überaus aktiv im Vorstand engagiert.

Von Uwe Priestersbach

Bereits Ende vergangenen Jahres war Hans Bachmann aus dem Vorstand ausgeschieden. Bei der Hauptversammlung in diesem Sommer sollte die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft eigentlich vorgenommen werden, doch machte Corona den Planungen einen Strich durch die Rechnung.

Weil der Vorstand aber Danke sagen wollte für die langjährige Arbeit des heute 75-Jährigen, hatte man sich nun dafür entschieden, die Auszeichnung bei der Hauptausschuss-Sitzung im Sportheim vorzunehmen.

Bei dieser Gelegenheit erinnerte Rainer Wohlleber an den unermüdlichen Einsatz von Hans Bachmann rund um das Nagolder Stadion. »Er hat immer an vorderster Front selbst mit angepackt«, unterstrich der VfL-Vorsitzende – und ein »großes Glück« sei es zudem gewesen, dass er nur einen Steinwurf weit vom Stadion entfernt wohnt. Klar gab es da neben der Ernennungsurkunde zum neuen Ehrenmitglied auch einen prall gefüllten Geschenkkorb.

In Namen der VfL-Fußballer machte deren Abteilungssprecher Ulrich Hamann deutlich, dass sich Hans Bachmann »immer mit dem Stadion identifiziert hat« – und deshalb sei das Stadion auch stets in Ordnung gewesen. Wenn irgendwo noch Licht brannte, eilte er herbei, aber auch, wenn die Fußballer mal vergessen hatten, ihre Umkleidekabine abzuschließen, war Bachmann zur Stelle.

»Das Stadion war mein zweites zu Hause«

Gleichzeitig bezeichnete ihn Ulrich Hamann als »Institution im Kassenhäuschen«, wo er bei Heimspielen der VfL-Kicker etliche Jahre lang den Eintritt kassierte. Kein Wunder, dass sich die Fußballer ebenfalls nicht lumpen ließen, denn aus den aktiven Mannschaften und Jugendteams wurde er reich beschenkt – darunter auch mit einigen signierten Trikots.

»Mir hat es immer Spaß gemacht und das Stadion war mein zweites zu Hause«, erklärte der Geehrte anschließend. Als gelernter Zimmermeister war er natürlich bei allen Baumaßnahmen rund um den Stadionumbau ein gefragter Fachmann. Doch mit 75 Jahren wollte er jetzt einfach kürzer treten. Als Zuschauer sieht man Hans Bachmann trotzdem immer noch regelmäßig bei den Heimspielen des VfL Nagold – wenn er nicht gerade bei den Spielen seiner Enkel zuschaut.

(Schwarzwälder Bote, 2.10.2020)


Der VfL Nagold dankt seinen treuen Mitgliedern

Im Rahmen eines Ehrungsnachmittages bei Kaffee und Kuchen wurden am Wochenende langjährige Mitglieder des VfL Nagold im Sportheim ausgezeichnet. Die Spanne der Ehrungen reichte von 25 Jahren bis hin zu 70-jähriger Vereinstreue.

Von Uwe Priestersbach

Wie der VfL-Vorsitzende Rainer Wohlleber einleitend deutlich machte, wolle man mit dem Ehrungsnachmittag den hohen Stellenwert langjähriger Mitgliedschaft hervorheben. Denn der VfL Nagold funktioniere nur mit Mitgliedern, die dem Verein über viele Jahre hinweg die Treue halten – und ohne die »das große Angebot in den 16 Abteilungen nicht aufrechterhalten werden könnte«.

Gleichzeitig würden im Verein Freundschaften und soziale Kontakte wachsen, zeigte sich Rainer Wohlleber überzeugt, dass »die Gesellschaft Vereine braucht«. Was zwischenzeitlich auch die Politik erkannt – und darauf mit einer Anhebung der steuerfreien Ehrenamtspauschale reagiert habe.

Die VfL-Geschäftsführerin Ulrike Fürgut nutzte die Gelegenheit, um die Jubilare über Daten und Fakten rund um den Verein zu informieren. So gehört der 1847 gegründete Verein immerhin zu den ältesten Vereinen in Süddeutschland und zählt derzeit rund 1700 Mitglieder. In ihrer Präsentation ließ Ulrike Fürgut nicht nur die wichtigsten Stationen der Vereinsgeschichte Revue passieren, sondern stellte auch das große sportliche Angebot in den 16 Abteilungen vor.

Für 70-jährige Vereinstreue wurden anschließend Karl Hafner und Karl Gauss ausgezeichnet. Wie Karl Hafner, der jetzt anwesend war, in Erinnerung rief, war er 1949 mit sieben Jahren zu den VfL-Turnern gestoßen. Später war er viele Jahre Fußballspieler im VfL Nagold – und auch heute noch ist Karl Hafner jeden Montag bei den Breitensportlern aktiv.

Seit 60 Jahren halten Manfred Brösamle, Friedrich Günther, Gerhard Rothfuß, Hermann Schmid und Heinz Weinfurth dem VfL Nagold die Treue, während Reingard Gascho, Klaus Rentschler, Bernhard Schickling, Peter Schmid, Anita Schmid, Christine Tietze, Christel Menzel, Hedwig Raaf, Winfried Steck und Rainer Wohlleber für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden.

Ebenfalls geehrt wurden Anja Aldinger, Thomas Förster, Günther Frasch, Volker Gote, Bernd Grüninger, Damir Jelenic, Klaus Müller, Jutta Wolf, Martin Wolf, Elisabeth Häussler, Volker Hegel, Sabine Hemminger, Jochen Henne, Holger Klemke und Max Vollmeier, die seit 40 Jahren Mitglied in dem Nagolder Traditionsverein sind.

Weitere Geehrte: Heidi Brukner, Brigitte Loyal, Angelika Schäfer, Gerhard Gauger, Margit Kappler-Bätzner und Steven Springer (30 Jahre) sowie Edith Bahlinger, Ulrike Belser-Lauer, Hans Graf, Volker Haizmann, Martin Katz, Almuth Lind, Anja Sautter, Rudi Thal und Sabine Wohlleber (25 Jahre).

(Schwarzwälder Bote, 25.11.2019)


VfL Hauptversammlung: Auf soliden Beinen

»Wir stehen finanziell auf soliden Beinen«, lautete die gute Botschaft bei der Hauptversammlung des VfL Nagold. Denn da konnte Kassier Achim Burrer im Sportheim unter dem Stichwort »erfreuliche Entwicklung« von einem Überschuss in nahezu sechsstelliger Höhe berichten.

Von Uwe Priestersbach

Zwar sei die beinahe erreichte Verdoppelung des Vorjahresergebnisses auch dem einen oder anderen »Einmaleffekt« zuzuschreiben. Doch lobte Achim Burrer jetzt vor allem die Abteilungen für die »Kostendisziplin« im vergangenen Jahr. Wie Rainer Wohlleber als erster Vorsitzender zuvor in seiner Rückschau berichtete, gab es im vergangenen Jahr einige »Veränderungen zum Positiven« – allerdings erst nach einer gewissen Durststrecke. So stand der Verein nach der Trennung von Hermann Claus zunächst   ohne Geschäftsführer da. Seit August 2018 hat Ulrike Fürgut die Geschäftsführung übernommen und bereits sehr positive Kontakte in die Abteilungen aufgebaut – aber auch der neue KISS-Leiter Fabian Vogt kann nach   einem Jahr eine tolle Bilanz vorweisen. So stieg die Zahl der Kids in der Kindersportschule des VfL Nagold    von 90 auf mittlerweile 170 – und es gebe weiteres Potenzial.

Zudem     erinnerte Rainer Wohlleber an die Einweihung der neuen Inline-Arena auf dem Eisberg oder an die erweiterte Mountainbike-Strecke. Unterm Strich sei der Verein trotz Problemen bei der Hallenkapazität gut aufgestellt, so Wohlleber mit Blick auf das vielfältige und attraktive Sportangebot des VfL Nagold.
Neu sei zudem ein sogenannter Investitionspool zur Unterstützung von Projekt-Investitionen in den Abteilungen. Als Beispiele für die in diesem Jahr mit 10 000 Euro angepeilte Ausschüttung nannte der Vorsitzende die Anschaffung eines Tischtennisroboters oder neue Judomatten.
Dass die Führung eines Vereins in der Größenordnung des VfL Nagold mit viel Verwaltung und Management verbunden sei, machte der dritte VfL-Vorsitzende Gerd Hufschmidt deutlich. Doch habe man nun gutes Personal für die Geschäftsstelle und in der Kindersportschule gefunden, ist er überzeugt. Wie Hufschmidt mit Blick auf das KISS-Angebot anmerkte, seien mittlerweile auch Themen wie die Ferienbetreuung am Markt.
Eine weitere personelle Änderung kündigt sich zum Jahresende an, wenn »Stadionmanager« Hans Bachmann altershalber kürzer treten will. »Wir müssen diesen Bereich neu organisieren«, erklärte Ulrich Hamann und sprach von einer komplexen Aufgabe. Denn in den Sommermonaten herrsche zwölf bis 14 Stunden Betrieb im Stadion – »und das ist künftig nicht mehr von einer Person zu leisten«, betonte der zweite VfL-Vorsitzende. Dabei machte er auch klar: »Es ist unglaublich, was Hans Bachmann hier leistet.«
Der VfL Nagold bleibt größter Verein in der Stadt: Zwar hatte sich im vergangenen Jahr die Abteilung der Gewichtheber vom VfL getrennt und einen eigenen Verein gegründet. Wie Geschäftsführerin Ulrike Fürgut jetzt bei der Hauptversammlung im Sportheim mitteilte, habe man die Mitgliederzahl mit 1797 trotz der 85 Austritte »fast konstant gehalten«.
Bei dieser Gelegenheit wies sie darauf hin, dass der VfL Nagold sein Angebot weiter ausbauen will – gedacht ist unter anderem an die Bereiche Fitness und Firmensport. Große Hoffnungen in Sachen Sporthallen- und Trainingsplätze setzt sie auf das geplante Nagolder Sportentwicklungsprogramm.
Finanzbürgermeister Hagen Breitling, der die einstimmige Entlastung des Vorstandes leitete, bescheinigte dem Verein, dass beim VfL Nagold die »Renaissance des Mehrspartenvereins vorangetrieben wird«. So seien die Rückschläge aufgearbeitet und »die Weichen auf Zukunft gestellt«. Er sieht den VfL so aufgestellt, dass er für jedes Lebensalter ein sportliches Angebot machen könne. In seinem Grußwort machte Hagen Breitling darauf aufmerksam, dass man sich im Rathaus vom Sportentwicklungskonzept auch stärkere Kooperationen verspricht. So müsse man »Synergien auf der ganzen Markung nutzen«.
Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde Ulrich Hamann als zweiter Vorsitzender ebenso einstimmig im Amt bestätigt, wie Schriftführer Heiko Hofmann und Beisitzerin Ursula Wolf. Neuer Beisitzer ist Holger Ehnes.
(Schwarzwälder Bote 25. Mai 2019)

Kiss-Bericht aus dem Schwarzwälder Boten vom 10. Mai 2019