Mit breitem Kader in die neue Saison 2018/19

Im Vergleich zur vorherigen Saison befindet sich die Frauenmannschaft des VfL Nagold diesmal in ruhigem Fahrwasser. In weiten Teilen ist das Team zusammengeblieben. Hinzu kommen Verstärkungen - unter anderem aus der eigenen Jugend.

Von Heiko Hofmann

Ein paar wichtige Personalien aber haben die VfL-Frauen dennoch vor dem Saisonstart in gut zwei Wochen zu vermelden. Zum einen hat sich Carolin Lenz in den handballerischen Ruhestand verabschiedet - ein echtes Nagolder Urgestein. Sie wird dem Bezirksliga-Team mit ihrer Erfahrung im Rückraum fehlen. Die zweite große Veränderung: Mit Markus Renz betritt ein neuer Trainer die Bühne. Vor allem im Jugendbereich war Renz in den vergangenen Jahren als Trainer aktiv - und erfolgreich. Der aktive Spieler der Männermannschaft tritt nun die Nachfolge von Simon Movila an, der sich fortan ganz auf das Coaching der Männer konzentrieren wird.

Was Renz sicher freut: Der Kader ist in weiten Teilen zusammengeblieben. Dabei handelt es sich beim VfL Nagold um einen jungen und ehrgeizigen Kader. Durchschnittsalter: 22 Jahre.

Auf 19 Spielerinnen kann der VfL-Coach zurückgreifen. „Der Kader ist gut und variabel einsetzbar“, sagt der Trainer. Wenngleich er im Rückraum noch gerne neben Kapitänin Madeleine Österlen eine weitere erfahrene Spielerin hätte, die zuweilen das Spiel ein wenig beruhigen kann. Aber ein Beinbruch sei das nicht. Renz: „Das traue ich den Jüngeren durchaus auch zu.“ Die jungen Spielerinnen mussten schließlich auch in der vergangenen Saison oft Verantwortung übernehmen.

In diesem Jahr stoßen als ehemalige A-Jugendliche offiziell zum Kader: Alena Wolf, Ella Weber, Luisa Harr und Aileen Hofmann - allesamt Spielerinnen, die auch in der Vergangenheit bereits fester Bestandteil der Frauenmannschaft waren. Neu hinzu kommen aus der B-Jugend Sarah Kunz und Mira Hofmann, die mit einem Doppelspielrecht ausgestattet wurden. Zudem wird Sandra Maget, Jahrgang 1995, ihre erste VfL-Saison spielen.

Und dann ist da noch Katharina Bar: Nach einem Jahr Nagold-Abstinenz, kehrt die Torhüterin zum VfL zurück. So wird das Frauenteam also mit einem Torhüterduo in die neue Saison gehen, denn auch Manuela Hampel bleibt dem VfL erhalten.

Nach der turbulenten vergangenen Saison will sich der VfL Nagold diesmal möglichst schnell in sichere Gefilde bringen. „Wir wollen es so schnell wie möglich schaffen, den Nichtabstieg zu sichern“, gibt Renz als Ziel aus. Dass man gleich zum Start bei den ersten fünf Spielen viermal auswärts ran muss, macht die Sache nicht leichter. Ein Blick auf den Trainingsfleiß aber stimmt optimistisch. Auch in den Sommerferien war die Trainingsbeteiligung gut. In Testspielen und auf Sommerturnieren festigte man zudem das Trainierte. Abgeschlossen wird die Saisonvorbereitung mit einem ein mehrtägigen Trainingslager, ehe es dann am 22. September auswärts zum Saisonstart gegen Betzingen geht. Das erste Heimspiel steht dann am 29. September gegen den SV Magstadt an.


Männerteam steht vor schwerer Saison 2018/19

Eine schwierige Saison liegt hinter den Nagolder VfL-Handballern - aber auch in der kommenden Spielzeit rechnet niemand mit einem Spaziergang in der Bezirksklasse. Denn schon vor der Saison ist klar, dass die personelle Situation in der Bächlenhalle angespannt bleibt.

Von Uwe Priestersbach

„Es erwartet niemand den Aufstieg in die Bezirksliga, aber der Klassenerhalt ist auch in dieser Besetzung ein realistisches Ziel“, macht Jessica Günther deutlich. Im Frühsommer wurde sie als erste weibliche - und mit 29 Jahren vermutlich bislang auch jüngste - Abteilungsleiterin der traditionsreichen Handballabteilung im VfL Nagold auf den Schild gehoben.

Klar weiß auch die neue Abteilungs-Chefin, dass die personelle Situation nicht optimal ist. Zwar habe man sich in der Region nach Verstärkungen umgeschaut, so Jessica Günther, doch „wollten wir auch nicht irgendwelche Spieler einkaufen, die nicht zu unserer gut eingespielten Truppe passen“.

So wurde mit Patrick Seyfahrth zwar ein bezirksligaerfahrener Kreisläufer aus Altensteig als Neuzugang verpflichtet. Doch ziemlich überraschend kam dann die Nachricht, dass Rückraumrecke Alexander Sehl aus beruflichen Gründen mindestens neun Monate nicht zur Verfügung stehen wird - also voraussichtlich die komplette Saison ausfällt.

Damit muss Simon Movila in seiner zweiten Saison als Trainer bei den VfL-Handballern ausgerechnet auf seinen torgefährlichsten Spieler verzichten. Was natürlich Auswirkungen auf das Spielsystem hat. „Da fehlt uns jetzt schon die bisherige Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe“, weiß der VfL-Coach, dass es gerade die Tore des langen Rückraumspielers waren, die in der vergangenen Saison für den Klassenerhalt mit ausschlaggebend waren.

Zur Erinnerung: In der vergangenen Spielzeit hatte der VfL nach dem Aufstieg am grünen Tisch zumindest zeitweise um den Klassenerhalt in der Bezirksklasse bangen müssen. So hatten sich die verletzungsbedingten Ausfälle wie ein roter Faden durch die gesamte Rückrunde gezogen. Vor diesem Hintergrund war Simon Movila froh, dass die nötigen Punkte für den Klassenerhalt bereits in der Vorrunde gesammelt wurden und am Ende der achte Tabellenplatz zu Buche stand.

Aber auch die Vorbereitung auf die neue Saison war in den Augen von Simon Movila alles andere als optimal. Denn nach wie vor sind einige Spieler angeschlagen: Während Tobias Karl nach seiner Handverletzung noch gehandicapt ist, laboriert Maximilian Hammann weiterhin an einer Schulterverletzung.

Kein Wunder also, dass der Optimismus von Simon Movila derzeit eher gedämpft ausfällt. „Wir müssen uns jetzt noch stärker auf die Abwehr und die zweite Welle konzentrieren“, macht der VfL-Coach deutlich, dass er vor allem auf Balleroberungen und Konterläufe setzt. Den letzten Feinschliff erhält die Mannschaft bei einem dreitägigen Trainingslager.


VfL Nagold Handball: The next Generation...

Projekt Generationswechsel: Die Handballabteilung des VfL Nagold steht unter neuer Leitung. Im Rahmen einer außerordentlichen Abteilungsversammlung bestimmten die Handballer Jessica Günther und Michael Ottmar zu ihren neuen Abteilungsleitern.

Von Heiko Hofmann

Wie der Vater, so die Tochter: Das trifft zumindest in diesem Fall zu. Denn die neue Abteilungsleiterin Jessica Günther mag vielleicht erst 29 Jahre alt sein, dennoch dürfte sie ziemlich genau wissen, was auf sie zukommt. Schließlich ist ihr Vater Thomas Günther ein Urgestein in der Schafferriege des VfL – zuletzt war er unter anderem der stellvertretende Abteilungsleiter bei den Handballern. Und so ist Jessica Günther von kleinauf in die Nagolder Handballszene hineingewachsen, scheute auch als junger Mensch nicht die ehrenamtliche Verantwortung. Sie war zum Beispiel Jugendsprecherin im Handball und stellvertretende Jugendsprecherin beim Gesamtverein – und spielte natürlich selbst Handball von kleinauf.

Ihr zur Seite steht Michael Ottmar, der neue stellvertretende Abteilungsleiter. Auch er ist bei weitem kein Unbekannter, war in den vergangenen Jahren immer wieder als Jugendtrainer aktiv, und auch sonst, wenn eine helfende Hand gebraucht wurde, stand er gerne parat.

Die Eröffnung der außerordentlichen Abteilungsversammlung lag aber zunächst nochmals in den Händen der alten Riege. Noch-Abteilungschef Thomas Klenk und sein Vize Thomas Günther eröffneten die Sitzung. Beide hatten bereits vor etlichen Monaten bekannt gegeben, dass sie in Zukunft ihre Ämter nicht mehr ausfüllen wollten und 2018 nicht mehr zur Wahl stehen. Und war es vor einem Monat bei der regulären Abteilungsversammlung noch nicht gelungen, ein neues Leitungsgespann zu finden, so hatte man nun im Vorfeld der zweiten Wahlversammlung emsig an einem neuen Personalkonzept gefeilt.

Und so war es an dem Ex-VfL-Vorsitzenden Achim Ziegler, die Mitglieder der Abteilung durch das Wahlprozedere zu führen. Konfliktlos, einstimmig, in bester Laune geschah das. Vor allem aber: zügig.

Im Vorfeld der außerordentlichen Versammlung hatten die Handballer nicht nur die Zukunft der Abteilungsleitung in die Wege geleitet. Ein ganzes Team teilt sich die Aufgaben. Und mit ein wenig Stolz blickten die Handballer auf das Organisationsdiagramm, auf dem fast jeder Bereich auch mit mindestens einem Namen versehen war. Die Verantwortung wird also auf deutlich mehr Schultern verteilt als bisher.

Komplettiert wird die klassische Abteilungsspitze vom neuen Kassier Lars Thillmann und dem bisherigen Jugendleiter Sven Adamski. Neu im Amt ist Thorsten Hafner als Spielleiter. Madeleine Österlen stellte sich zudem als Schriftführerin zur Verfügung – frei nach dem Motto: »Ich bin ja eh bei jeder Sitzung dabei.« Denn Madeleine Österlen bleibt auch Sprecherin der ersten Frauenmannschaft. Das Pendant bei den Männern ist Maximilian Hamann.

Vom Bewirtungsteam über das Passwesen bishin zu den Bereichen Presse, Internet, Werbung, Ausrüstung und Turnierorgansiation – für fast alle Bereiche konnten Mitglieder gefunden werden. Nur ein Schiedsrichterobmann fand sich nicht. Besonders erfreulich: Vor allem die aktiven Spieler und Spielerinnen übernehmen immer mehr Verantwortung. Ein echter Generationswechsel eben.


Zufriedene Gesichter bei der Handballjugend

Mit sieben Jugendteams nahmen die Handballer des VfL Nagold an der vergangenen Runde teil. Diese fand am letzten Jugendspieltag mit dem Gewinn der Meisterschaft der weiblichen B-Jugend einen erfreulichen Abschluss.

Von den Minis bis zur weiblichen A-Jugend reichte die Palette der Teams, die der VfL in der vergangenen Saison gemeldet hatte. Sportlich besonders erfolgreich waren die älteren Mädchen-Mannschaften. Die weibliche B-Jugend holte sich - nach Anlaufschwierigkeiten in der Hinrunde - in der Bezirksklasse überraschend die Meisterschaft. Dabei spielte das von Thorsten Hafner gecoachte Team eine nahezu perfekte Rückrunde und siegte in allen Partien (wir berichteten).

Sportlich mindestens genauso hoch einzuschätzen ist das Abschneiden der weiblichen A-Jugend. In der Hinrunde hatten sich die von Markus Renz trainierten jungen Frauen für die Bezirkliga-Endrunde qualifiziert. Dort spielten sie munter auf und hielten mit den bestens Teams der Liga mit. Mit einem nur schmalen Kader, der stets mit B-Jugendlichen aufgestockt werden musste, lernten die VfL-Mädels in der Rückrunde endlich auch ihre guten Leistungen in Erfolge umzumünzen. Nur ein Spiel verlor man, ansonsten besiegte der VfL alle Gegner. Am Ende reichte es zum dritten Platz in der Bezirksliga. Kleines Schmankerl zum Rundenabschluss war sicherlich der deutliche 38:26-Sieg am letzten Spieltag gegen den bereits feststehenden Meister SG Ober-/Unterhausen. Dieser war bis dahin ungeschlagen und mit 18:0 Punkten zum letzten Spieltag nach Nagold angereist. Nur die VfL-Mädels schafften es den Meister zu besiegen.

Sehr solide spielte die weibliche C-Jugend in der Bezirksklasse auf. Das junge Team, das zum Teil auch immer wieder in der B-Jugend aushelfen musste, kam letztlich auf Rang fünf. Sechs Siege und acht Niederlagen fuhr das von Nicolina Skvorc gecoachte Team ein. Dabei gelang es, zahlreiche Neueinsteigerinnen in die Mannschaft zu integrieren und für den Handballsport weiter zu begeistern.

Nicht ganz zufrieden dürfte die männliche B-Jugend mit den gezeigten Leistungen in der Kreisliga A sein. Im Vorfeld hatte man sich schließlich trotz einiger Abgänge durchaus Hoffnungen auf den Meistertitel gemacht. Doch letztlich spielte die von Thorsten Hafner trainierte Truppe zu launisch. So wurde der VfL mit 14:10 Punkten Dritter. Vier der insgesamt fünf Niederlagen kassierten die Jungs in der Rückrunde. Zu viele, um ganz vorne um den Titel mitspielen zu können.

Einen Platz im Mittelfeld erspielte sich die männliche D-Jugend des VfL Nagold. Jugendleiter Sven Adamski und Kevin Bakircioglu trainieren die talentierten Jungs, unter denen auch viele Neueinsteiger waren. Sechs Siege und acht Niederlagen sind die Saisonbilanz. Das reichte für Platz fünf in der Kreisliga A, Staffel 1.

Bei den E-Jugendlichen hatte der VfL Nagold ein gemischtes Team und ein rein weibliches am Start. An den Spieltagen, bei denen nicht nur handballerisches Geschick gefragt ist, ging es in erster Linie darum, Erfahrungen im Mannschaftssport Handball zu sammeln. Das sportliche Ergebnis ist nebensächlich. Das gemischte Team unterlag zweimal, siegte einmal und schaffte einmal ein Unentschieden und kam damit auf Platz vier. Die Mädels zahlten Lehrgeld, verloren alle Spiele, ließen sich den Spaß am Handballsport aber nie nehmen. Trainiert werden die E-Jugendlichen von Manuela Miller und Sven Adamski.

Komplettiert wurde die Nachwuchsarbeit des VfL Nagold mit der Teilnahme der Allerjüngsten an Minispieletagen in der Region. Und auch hier konnte sich das eine oder andere Talent bereits in Szene setzen.


B-Jugend holt den Meistertitel 2017/18

 

So muss es sein im Sport: Bis zum letzten Spiel in der Bezirksklasse blieb bei der weiblichen B-Jugend die Meisterfrage offen. Im alles entscheidenden Spiel sorgte schließlich der VfL Nagold für klare Verhältnisse. Mit einem 21:13-Kantersieg sicherte sich das vergleichsweise junge Team den Meistertitel.

Nach dem Verlauf der Hinrunde war mit diesem Erfolg nicht unbedingt zu rechnen. Die Mannschaft brauchte einige Zeit, um zusammenzufinden. Die Qualifikation für die Bezirksliga-Endrunde verpasste das Team deutlich. Und so startete man in der Rückrunde in der Bezirkslasse im Mittelfeld.

Doch die mit C-Jugendspielerinnen verstärkte Mannschaft harmonierte nun immer besser zusammen. Von Spiel zu Spiel steigerten sich die trainingsfleißigen Mädels und legten eine fulminante Rückrunde hin. Und so kam es am letzten Spieltag zum Showdown. Die SG H2Ku Herrenberg 2, die bereits alle Partien gespielt hatte, stand mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz eins. Doch da die VfL-Mädels das Rückspiel gegen Herrenberg für sich entschieden hatten und letztlich im direkten Vergleich mehr Treffer auf der Haben-Seite hatten als die Mädels aus der Gäu-Metropole, konnten die VfL-Girls plötzlich sogar noch Meister werden.

Sie hatten es also selbst in der Hand. Im Spiel gegen den punktgleichen Tabellenzweiten, der TSG Reutlingen, ergriffen die Nagolderinnen ihre Chance. Dass man im Hinspiel auch Reutlingen deutlich unterlegen war, davon war bei dem Aufeinandertreffen in der Bächlenhalle nicht mehr viel zu sehen. Im wahrsten Sinn des Wortes meisterhaft spielte der VfL in der ersten Halbzeit. Übrigens vor der Traumkulisse von rund 100 Zuschauern. Mit 12:4 ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit kam Reutlingen in den ersten Minuten wieder etwas näher heran. Doch beim Stand von 14:10 nahm Trainer Thorsten Hafner rechtzeitig die Auzszeit und forderte von den Mädels wieder volle Konzentration ein. Mit Erfolg. 21:13 endete die Partie schließlich, und die Meisterspielerinnen lagen sich jubelnd in den Armen.

In der Saison 2017/18 spielten in dem Team: Sarah Kunz, Mira Hofmann, Rebekka Bakircioglu, Jenny Schäfer, Laura Lehner, Hannah Kunz, Cara Klenk, Vesa Misini, Maren Mäutner, Juliana Kocijan, Pia Sophie Dürr, Tirza Theurer, Gabriela Car und Anika Thillmann.


Einfach meisterhaft: Unser Ü40-Team

Auf Nagolds alte Garde ist Verlass: Am letzten Spieltag der Ü40-Männerteams im Handballbezirk Achalm-Nagold sicherte sich der VfL in der heimischen Bächlenhalle den Meistertitel.

Nur eine Niederlage hatten die Nagolder Handballsenioren in der Runde einzustecken. Die restlichen sieben Spiele gewann der VfL Nagold souverän. So auch die letzten beiden Spiele der Saison. Gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen siegte der VfL Nagold 22:11. Noch deutlicher verlief dann das entscheidende letzte Spiel gegen den TSV Betzingen. Der VfL dominierte klar und siegte schließlich mit 19:7.

Am letzten Spieltag waren für den VfL Nagold aktiv: Michael Tietze, Uwe Reime, Robil Bakircioglu, Thomas Klenk, Carsten Tietze, Christoph Loher und Michael Schweitzer.