VfL Nagold Handball: The next Generation...

Projekt Generationswechsel: Die Handballabteilung des VfL Nagold steht unter neuer Leitung. Im Rahmen einer außerordentlichen Abteilungsversammlung bestimmten die Handballer Jessica Günther und Michael Ottmar zu ihren neuen Abteilungsleitern.

Von Heiko Hofmann

Wie der Vater, so die Tochter: Das trifft zumindest in diesem Fall zu. Denn die neue Abteilungsleiterin Jessica Günther mag vielleicht erst 29 Jahre alt sein, dennoch dürfte sie ziemlich genau wissen, was auf sie zukommt. Schließlich ist ihr Vater Thomas Günther ein Urgestein in der Schafferriege des VfL – zuletzt war er unter anderem der stellvertretende Abteilungsleiter bei den Handballern. Und so ist Jessica Günther von kleinauf in die Nagolder Handballszene hineingewachsen, scheute auch als junger Mensch nicht die ehrenamtliche Verantwortung. Sie war zum Beispiel Jugendsprecherin im Handball und stellvertretende Jugendsprecherin beim Gesamtverein – und spielte natürlich selbst Handball von kleinauf.

Ihr zur Seite steht Michael Ottmar, der neue stellvertretende Abteilungsleiter. Auch er ist bei weitem kein Unbekannter, war in den vergangenen Jahren immer wieder als Jugendtrainer aktiv, und auch sonst, wenn eine helfende Hand gebraucht wurde, stand er gerne parat.

Die Eröffnung der außerordentlichen Abteilungsversammlung lag aber zunächst nochmals in den Händen der alten Riege. Noch-Abteilungschef Thomas Klenk und sein Vize Thomas Günther eröffneten die Sitzung. Beide hatten bereits vor etlichen Monaten bekannt gegeben, dass sie in Zukunft ihre Ämter nicht mehr ausfüllen wollten und 2018 nicht mehr zur Wahl stehen. Und war es vor einem Monat bei der regulären Abteilungsversammlung noch nicht gelungen, ein neues Leitungsgespann zu finden, so hatte man nun im Vorfeld der zweiten Wahlversammlung emsig an einem neuen Personalkonzept gefeilt.

Und so war es an dem Ex-VfL-Vorsitzenden Achim Ziegler, die Mitglieder der Abteilung durch das Wahlprozedere zu führen. Konfliktlos, einstimmig, in bester Laune geschah das. Vor allem aber: zügig.

Im Vorfeld der außerordentlichen Versammlung hatten die Handballer nicht nur die Zukunft der Abteilungsleitung in die Wege geleitet. Ein ganzes Team teilt sich die Aufgaben. Und mit ein wenig Stolz blickten die Handballer auf das Organisationsdiagramm, auf dem fast jeder Bereich auch mit mindestens einem Namen versehen war. Die Verantwortung wird also auf deutlich mehr Schultern verteilt als bisher.

Komplettiert wird die klassische Abteilungsspitze vom neuen Kassier Lars Thillmann und dem bisherigen Jugendleiter Sven Adamski. Neu im Amt ist Thorsten Hafner als Spielleiter. Madeleine Österlen stellte sich zudem als Schriftführerin zur Verfügung – frei nach dem Motto: »Ich bin ja eh bei jeder Sitzung dabei.« Denn Madeleine Österlen bleibt auch Sprecherin der ersten Frauenmannschaft. Das Pendant bei den Männern ist Maximilian Hamann.

Vom Bewirtungsteam über das Passwesen bishin zu den Bereichen Presse, Internet, Werbung, Ausrüstung und Turnierorgansiation – für fast alle Bereiche konnten Mitglieder gefunden werden. Nur ein Schiedsrichterobmann fand sich nicht. Besonders erfreulich: Vor allem die aktiven Spieler und Spielerinnen übernehmen immer mehr Verantwortung. Ein echter Generationswechsel eben.


Zufriedene Gesichter bei der Handballjugend

Mit sieben Jugendteams nahmen die Handballer des VfL Nagold an der vergangenen Runde teil. Diese fand am letzten Jugendspieltag mit dem Gewinn der Meisterschaft der weiblichen B-Jugend einen erfreulichen Abschluss.

Von den Minis bis zur weiblichen A-Jugend reichte die Palette der Teams, die der VfL in der vergangenen Saison gemeldet hatte. Sportlich besonders erfolgreich waren die älteren Mädchen-Mannschaften. Die weibliche B-Jugend holte sich - nach Anlaufschwierigkeiten in der Hinrunde - in der Bezirksklasse überraschend die Meisterschaft. Dabei spielte das von Thorsten Hafner gecoachte Team eine nahezu perfekte Rückrunde und siegte in allen Partien (wir berichteten).

Sportlich mindestens genauso hoch einzuschätzen ist das Abschneiden der weiblichen A-Jugend. In der Hinrunde hatten sich die von Markus Renz trainierten jungen Frauen für die Bezirkliga-Endrunde qualifiziert. Dort spielten sie munter auf und hielten mit den bestens Teams der Liga mit. Mit einem nur schmalen Kader, der stets mit B-Jugendlichen aufgestockt werden musste, lernten die VfL-Mädels in der Rückrunde endlich auch ihre guten Leistungen in Erfolge umzumünzen. Nur ein Spiel verlor man, ansonsten besiegte der VfL alle Gegner. Am Ende reichte es zum dritten Platz in der Bezirksliga. Kleines Schmankerl zum Rundenabschluss war sicherlich der deutliche 38:26-Sieg am letzten Spieltag gegen den bereits feststehenden Meister SG Ober-/Unterhausen. Dieser war bis dahin ungeschlagen und mit 18:0 Punkten zum letzten Spieltag nach Nagold angereist. Nur die VfL-Mädels schafften es den Meister zu besiegen.

Sehr solide spielte die weibliche C-Jugend in der Bezirksklasse auf. Das junge Team, das zum Teil auch immer wieder in der B-Jugend aushelfen musste, kam letztlich auf Rang fünf. Sechs Siege und acht Niederlagen fuhr das von Nicolina Skvorc gecoachte Team ein. Dabei gelang es, zahlreiche Neueinsteigerinnen in die Mannschaft zu integrieren und für den Handballsport weiter zu begeistern.

Nicht ganz zufrieden dürfte die männliche B-Jugend mit den gezeigten Leistungen in der Kreisliga A sein. Im Vorfeld hatte man sich schließlich trotz einiger Abgänge durchaus Hoffnungen auf den Meistertitel gemacht. Doch letztlich spielte die von Thorsten Hafner trainierte Truppe zu launisch. So wurde der VfL mit 14:10 Punkten Dritter. Vier der insgesamt fünf Niederlagen kassierten die Jungs in der Rückrunde. Zu viele, um ganz vorne um den Titel mitspielen zu können.

Einen Platz im Mittelfeld erspielte sich die männliche D-Jugend des VfL Nagold. Jugendleiter Sven Adamski und Kevin Bakircioglu trainieren die talentierten Jungs, unter denen auch viele Neueinsteiger waren. Sechs Siege und acht Niederlagen sind die Saisonbilanz. Das reichte für Platz fünf in der Kreisliga A, Staffel 1.

Bei den E-Jugendlichen hatte der VfL Nagold ein gemischtes Team und ein rein weibliches am Start. An den Spieltagen, bei denen nicht nur handballerisches Geschick gefragt ist, ging es in erster Linie darum, Erfahrungen im Mannschaftssport Handball zu sammeln. Das sportliche Ergebnis ist nebensächlich. Das gemischte Team unterlag zweimal, siegte einmal und schaffte einmal ein Unentschieden und kam damit auf Platz vier. Die Mädels zahlten Lehrgeld, verloren alle Spiele, ließen sich den Spaß am Handballsport aber nie nehmen. Trainiert werden die E-Jugendlichen von Manuela Miller und Sven Adamski.

Komplettiert wurde die Nachwuchsarbeit des VfL Nagold mit der Teilnahme der Allerjüngsten an Minispieletagen in der Region. Und auch hier konnte sich das eine oder andere Talent bereits in Szene setzen.


B-Jugend holt den Meistertitel 2017/18

 

So muss es sein im Sport: Bis zum letzten Spiel in der Bezirksklasse blieb bei der weiblichen B-Jugend die Meisterfrage offen. Im alles entscheidenden Spiel sorgte schließlich der VfL Nagold für klare Verhältnisse. Mit einem 21:13-Kantersieg sicherte sich das vergleichsweise junge Team den Meistertitel.

Nach dem Verlauf der Hinrunde war mit diesem Erfolg nicht unbedingt zu rechnen. Die Mannschaft brauchte einige Zeit, um zusammenzufinden. Die Qualifikation für die Bezirksliga-Endrunde verpasste das Team deutlich. Und so startete man in der Rückrunde in der Bezirkslasse im Mittelfeld.

Doch die mit C-Jugendspielerinnen verstärkte Mannschaft harmonierte nun immer besser zusammen. Von Spiel zu Spiel steigerten sich die trainingsfleißigen Mädels und legten eine fulminante Rückrunde hin. Und so kam es am letzten Spieltag zum Showdown. Die SG H2Ku Herrenberg 2, die bereits alle Partien gespielt hatte, stand mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz eins. Doch da die VfL-Mädels das Rückspiel gegen Herrenberg für sich entschieden hatten und letztlich im direkten Vergleich mehr Treffer auf der Haben-Seite hatten als die Mädels aus der Gäu-Metropole, konnten die VfL-Girls plötzlich sogar noch Meister werden.

Sie hatten es also selbst in der Hand. Im Spiel gegen den punktgleichen Tabellenzweiten, der TSG Reutlingen, ergriffen die Nagolderinnen ihre Chance. Dass man im Hinspiel auch Reutlingen deutlich unterlegen war, davon war bei dem Aufeinandertreffen in der Bächlenhalle nicht mehr viel zu sehen. Im wahrsten Sinn des Wortes meisterhaft spielte der VfL in der ersten Halbzeit. Übrigens vor der Traumkulisse von rund 100 Zuschauern. Mit 12:4 ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit kam Reutlingen in den ersten Minuten wieder etwas näher heran. Doch beim Stand von 14:10 nahm Trainer Thorsten Hafner rechtzeitig die Auzszeit und forderte von den Mädels wieder volle Konzentration ein. Mit Erfolg. 21:13 endete die Partie schließlich, und die Meisterspielerinnen lagen sich jubelnd in den Armen.

In der Saison 2017/18 spielten in dem Team: Sarah Kunz, Mira Hofmann, Rebekka Bakircioglu, Jenny Schäfer, Laura Lehner, Hannah Kunz, Cara Klenk, Vesa Misini, Maren Mäutner, Juliana Kocijan, Pia Sophie Dürr, Tirza Theurer, Gabriela Car und Anika Thillmann.


Einfach meisterhaft: Unser Ü40-Team

Auf Nagolds alte Garde ist Verlass: Am letzten Spieltag der Ü40-Männerteams im Handballbezirk Achalm-Nagold sicherte sich der VfL in der heimischen Bächlenhalle den Meistertitel.

Nur eine Niederlage hatten die Nagolder Handballsenioren in der Runde einzustecken. Die restlichen sieben Spiele gewann der VfL Nagold souverän. So auch die letzten beiden Spiele der Saison. Gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen siegte der VfL Nagold 22:11. Noch deutlicher verlief dann das entscheidende letzte Spiel gegen den TSV Betzingen. Der VfL dominierte klar und siegte schließlich mit 19:7.

Am letzten Spieltag waren für den VfL Nagold aktiv: Michael Tietze, Uwe Reime, Robil Bakircioglu, Thomas Klenk, Carsten Tietze, Christoph Loher und Michael Schweitzer.